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Fine.

Schluss, aus, basta! Wieder da und wieder eingelebt wird es langsam Zeit, Folgendes anzukündigen:
In ein paar Tagen wird dieser Blog offline gehen. Es hat mir echt Spaß gemacht, auf diesem Wege meine Erlebnisse mit euch zu teilen. Einen riesigen Dank an alle, die mehr oder weniger regelmäßig hier vorbeigeschaut haben!

Ach ja, eins fehlt noch:
Mein Fazit der letzten sechs Monate:

Grandioso!
Und, ähh…Macht Auslandssemester! Es lebe der Austausch der Kulturen! :D

Kurze Einführung:
Ich wiederhole zwar dieses Semester in Deutschland, doch durch etwas unglückliche Umstände musste ich mir hier trotzdem EINE Prüfung, nämlich Pharmakologie, anerkennen lassen.
Der eigentliche Termin war der 9. Juni, und als Art der Prüfung war “mündlich” angegeben. So ein wenig Angst hatte ich ja schon davor, eine mündliche Prüfung auf Italienisch abzulegen, also redete ich mit dem Herrn Professor, der mir auch gleich von sich aus anbot, ich könne die Prüfung auch auf Englisch ablegen.
Eine Sorge weniger, dachte ich mir.
Während des Semesters hatte ich versucht, einigermaßen gut mitzuschreiben und außerdem konnte man sich auch die Powerpoint-Präsentationen des Profs kopieren (Seht her und lernet, Ihr greifswalder Professoren!), also war ich doch recht positiv gestimmt, was das Bestehen der Prüfung anging.

Außerdem hatte mir jeder Erasmus-Student hier versichert, dass die Prüfungen hier einfacher wären (besonders für Erasmus-Leute).

Dann jedoch bekam ich einiges zu tun mit dem Sprachkurs; wir mussten eine Präsentation vorbereiten, Aufgaben im Sprachlabor machen, uns auf die Sprachprüfung vorbereiten….und direkt danach hatte ich meinen kleinen Urlaub zuhause mit Maiks Hochzeit. Folglich fing ich erst mit dem Lernen an, als ich zurückkam.

Da bemerkte ich sehr schnell, dass ich mich wohl etwas überschätzt, und die Masse an Stoff und die Problematik der Sprache unterschätzt hatte.
Es ist doch etwas schwieriger, in einer anderen Sprache zu lernen, als ich dachte…(nennt mich naiv).

Als der 9. Juni kam, war ich sehr unsicher was meine Fähigkeiten anging. Doch kam alles noch viel schlimmer, als ich befürchtet hatte.
Die Prüfung fand in unserem normalen Hörsaal statt, die Prüflinge waren anwesend und der Professor und…..jeder der wollte. Soll heißen, der Prüfling ging einfach nach vorne zum Tisch des Profs und legte seine Prüfung ab, während ALLLE ANDEREN im Saal ihm gespannt zuschauten.
Könnt ihr euch das vorstellen? Nun, ich konnte es nicht. In der greifswalder Pharmazie werden Prüfungen doch eher sehr persönlich abgehalten, worüber ich auch sehr froh bin. Ehrlich gesagt bin ich nicht besonders scharf auf eine öffentliche Erniedrigung. ;)
Als die ersten Studenten nach vorne gingen wurde mir schnell klar, dass ich nicht genug wusste. Der Prof fragte ziemlich detailliert und wirklich alles.
Von diesem Moment an schlug mein Herz so schnell als wolle es ein Rennen gewinnen, mein Magen drehte sich um und wollte am liebsten heraus aus meinem Körper (kann ich ihm nicht verdenken, ich wäre auch am liebsten weggelaufen) und mit meinen zitternden Händen hätte ich nicht mal mehr meinen Namen schreiben können. Kurz, ich habe mich noch nie in meinem Leben so elend gefühlt. :)
Als nur noch eine andere Studentin und ich übrig waren und schnell deutlich wurde, dass sie es nicht schaffen würde, bemerkte ich, dass sie ebenfalls Erasmus-Studentin war (überraschend, da ich bisher dachte ich wäre allein, ich hatte sie noch nie zuvor gesehen), genauso wie zwei andere Mädels, die nur zuschauten. Diese Spanierinnen überzeugten den Prof, uns ein schriftliches Examen zu ermöglichen, zehn Tage später (am 19. Juni).
Versucht euch vorzustellen, wie groß der Stein war, der in diesem Moment von meinem Herzen fiel…

Also setzte ich mich wieder an meinen Schreibtisch. Was irgendwie ätzend war, denn eigentlich hatte ich mir meine letzten Tage in Italien anders vorgestellt (Strand, Rom besuchen, feiern…ihr wisst schon ;) ). Während dieser zehn Tage habe ich mich wirklich angestrengt…(Ehrlich!)…und trotzdem war ich mir am Tag der Prüfung sehr unsicher ob ich es schaffen würde.

Nun, die Themen waren okay, und am Anfang dachte ich, es könne gut gehen, doch dann kam so eine Leere in meinen Kopf ( ;) ) und das Nachschlagen der Wörter dauerte zu lange (ich hatte mich übrigens für Italienisch entschieden. was nützt es schon, auf Englisch schreiben zu können, wenn man auf Italienisch lernt und sich alle Fachwörter in dieser Sprache merkt…), sodass ich am Ende einfach nicht genug Zeit hatte.
Außerdem bin ich nicht besonders gut darin, zu einem Thema alles aufzuschreiben, was ich weiß; ohne spezifische Fragen, meine ich.

(für Pharmazeuten: Der Typ der Prüfung war so: 3 Themen, eines aus allgemeiner Pharmako, eines aus ZNS, eines aus Peripheren Sachen. Dazu musste man dann einfach schreiben, was man für wichtig hielt. Ich hatte die folgenden Themen: Distribution, Sedativa & Hypnotika, NSAIDs)

Jedenfalls ahnte ich, dass es nicht ausreichen würde um zu bestehen.
Da hatte ich ein Problem…
Ohne diese Prüfung konnte ich mein Studium in Deutschland nicht fortsetzen, doch der Rückflug war schon gebucht (die ewige Optimistin in mir…und außerdem gehts Anfang Juli zu “Songs an einem Sommerabend”).
Folglich müsste ich zwei neue Flüge buchen und zum nächsten Termin (7. Juli) noch einmal nach Ferrara kommen, um die Prüfung zu machen. Vorläufige Berechnung der Kosten dafür: 150 €.

Ich hätte mich am liebsten selbst in der Luft zerrissen dafür. Und das alles nur wegen einer Prüfung (zum gleichen Thema werde ich übrigens am Ende des Studiums sowieso noch eine Prüfung machen müssen).

Zwar hatte ich noch Hoffung, doch es kam, wie es kommen musste. Am Montag morgen teilte mir der Prof mit, dass ich das Examen so nicht bestanden hatte.
Nun, das kam ja nicht überraschend…
Doch ganz egal war ich dem Prof anscheinend auch nicht und so bot er mir an, am Tag darauf (also einen Tag vor meiner Abreise, heute) nochmal eine mündliche Prüfung zu versuchen.
Natürlich willigte ich ein, man nimmt was man kriegen kann…
Doch auch, wenn das sehr zuvorkommend war seitens meines Profs, was konnte ich schon an einem Tag ausrichten? (Fr war die schriftl. Prüfung, dann Wochenende, an dem ich nicht hatte lernen können-zu aufgeregt, am Mo Ergebnis erfahren, am Di mündl. Prüfung).

Zwei Tage vor meiner Abreise, mit ungepackten Koffern, saß ich also wieder an meinem Schreibtisch und versuchte verzweifelt, noch einmal alles in meinen Kopf zu bekommen, statt alles Nötige vorzubereiten und meine Zeit mit Freunden zu verbringen, die ich vielleicht nie wieder sehen würde.
(So hatte ich mir meine letzten Tage hier wirklich nicht vorgstellt… ;) )

Heute.

Ich habe eine Prüfung gemacht:
- in Italien,
- mündlich, obwohl ich panisch werde vor mündlichen Prüfungen und lieber fünf schriftliche machen würde als eine mündliche
- auf Italienisch (darauf bin ich besonders stolz)
- über ein Thema, das wir in Deutschland eigentlich über 2 Semester hinweg intensiv behandeln, das hier allerdings nur 1 Semester mit Vorlesungen beinhaltet (Der Stoff wird dadurch allerdings nicht weniger)

und ich habe bestanden :D

Das Beste kommt aber noch: Der Prof hat nicht nur zu mir gesagt “Du weißt doch alles” sondern hat mir auch noch 26 Punkte dafür gegeben (max. gibts 30).

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich ich gerade bin…wo ich doch mein Studium schon den Bach runtergehen gesehen habe…. ;)

(Auf dem Rückweg hatte ich ein irres Grinsen auf dem Gesicht und habe auf Deutsch mit mir selbst gesprochen. Meint ihr, ich habe jemandem Angst gemacht?)

Oje.

Jetzt ist es offiziell. Am 24. Juni um 13:20 Uhr fliege ich zurück nach Deutschland, diesmal endgültig.
Zum Trost hat sich die Sonne beim Untergehen richtig Mühe gegeben:
Sonnenuntergang

Da bin ich wieder, zurück von meinem außergewöhnlichen Urlaub zu Hause. Lustig wars ja schon, in Greifswald zu sein ohne wirklich schon dazu zu gehören…:D
Jetzt sitze ich wieder in meinem sonnendurchfluteten Zimmer, bei 26°C Zimmertemperatur, und fasse kurz zusammen:

Erstens: Es ist zu kalt in Greifswald. Aber ich habe den Verdacht, dass jemand dieses Wetter bestellt hat, denn von allen Leuten habe ich zu hören bekommen, dass es ja schön und warm war, bevor ich ankam (Und jetzt ist es wohl auch wieder besser, tz). Aber jetzt kann ich das Wetter hier wenigstens noch richtig genießen!
Zweitens: Trotz der vielen Sonne hier hat mir nur ein Mensch gesagt, ich sei braun geworden (Danke, Stephan!). Naja, zwei, aber der zweite wollte mich nur veräppeln. Das ist doch wirklich tragisch. Nicht mal hier überlegt es sich meine Haut anders…
Drittens: Am Sonntagabend, nachdem ich in Venedig angekommen bin, habe ich ganze fünf Stunden gebraucht, um nach Ferrara zu kommen (normal sind zwei bis zweieinhalb). Erst musste ich eine dreiviertel Stunde auf den Shuttlebus zum Bahnhof warten, dann fiel dieser aus, so dass wir noch zwanzig Minuten länger warten mussten. Dieser zweite Bus hat jedoch so ewig gebraucht, weil der Busfahrer aus Freundlichkeit jeden an seiner gewünschten Haltestelle herausgelassen hat (man beachte den Unterschied zwischen einem Shuttle- und einem Linienbus), dass ich den letzten regulären Zug in Richtung Bologna verpasst habe und so bis 0:21 auf den Nachtzug warten musste.
Viertens: Es war schön, so viele von euch nach langer Zeit wiederzusehen, Maiks und Saris Hochzeit miterleben zu dürfen, und ich freue mich schon auf meine endgültige Rückkehr, auch wenn ich Ferrara wohl ziemlich vermissen werde!
Fünftens: Ab jetzt heißt es für mich wohl lernen, lernen, lernen. Die Pharmakologieprüfung rückt immer näher…
Sechstens: Ein paar Fotos sind auch entstanden auf der Reise. Bitteschön!

Ausflug nach Hause.

Für alle, die es noch nicht wissen, aber interessiert sind: Am Mittwoch (27. Mai) komme ich für 3 Tage nach Greifswald (bis Samstag). Es wäre toll, möglichst viele von euch zu sehen! :D

Déjà vu.

Seit nun mindestens zwei Wochen ist das Wetter in Ferrara und Umgebung ununterbrochen schön, warm und sonnig. Und wo ist es am allerschönsten bei solch einem Wetter? Genau: Venedig.
Also haben Amra und ich (beide) zum zweiten Mal die vielleicht schönste Stadt Italiens besucht. (Welch ein Luxus, oder?)
Wirklich ehrlich gesprochen: Auch beim zweiten Mal ist es dort unglaublich schön. Vielleicht sogar noch besser.
Lassen wir die Bilder sprechen…

Kurznachrichten.

Das Wichtigste aus den letzten Tagen zusammengefasst:

Ich habe eine Gitarre. Endlich! Am Samstag in Bologna gekauft, gebraucht für 40€. Natürlich ist das nur ein Schrammelding aber mehr als schrammeln will ich ja gar nicht :D .
Und wie das Leben so spielt hatte ich am Abend danach gleich Gelegenheit, sie auszuprobieren. Ein paar Erasmus-Spanier haben nämlich eine Party auf der Stadtmauer angezettelt und da kann ein bisschen Lagerfeueratmosphäre schließlich nicht schaden (Also…nur Musik, kein Feuer).
Es endete damit, dass ich mich zwischen zwei Italienern wiederfand, der eine hatte auch eine Klampfe, der andere eine Flöte, und zusammen haben wir versucht, die Leute um uns herum zu unterhalten. Gar nicht so einfach, wenn man unterschiedliche Notennamen gelernt hat (Deutsch: c d e f g a h c; Italienisch: do re mi fa so la si do) und dann noch mit meinen ärmlichen Künsten….Aber lustig wars allemal. Außerdem waren die Partybesucher eine ganz bunte Mischung und so kam ich an einem einzigen Abend dazu, alle meine Sprachen zu sprechen (Deutsch mit einem Erasmusstudi aus Stuttgart, Französisch mit zwei verrückten, betrunkenen Franzosen und einer Belgierin, Italienisch mit allen, die es versucht haben ;) und Englisch mit dem Rest). Lustig lustig…

Es gibt hier keine fertige, abgepackte Sauce Hollandaise (Béchamel hingegen steht überall, blöde Lasagne!). Da ich aber doch kein Jahr ohne Spargel mit Hollandaise auskommen würde, kann ich sie jetzt selbst machen. Bin ein Freak.

Der Sprachkurs ist vorbei! Die Abschlussprüfung auch! Die Ergebnisse hab ich aber noch nicht…

Gestern Abend (Donnerstag) kam hier in Ferrara die Tour “1000 Miglia” (1000 Meilen) vorbei, das war ursprünglich ein Rennen durch Italien, von 1927 bis 1957 veranstaltet. Seit 1977 gibt es eine Neuauflage, allerdings geht es seitdem um das Reisevergnügen, denn es dürfen nur Autos bestimmter Baujahre teilnehmen (Oldtimer). Gaaanz viele schicke, alte Autos (aus den Fünfzigern zum Beispiel) fahren von Stadt zu statt und werden von den Bewohnern empfangen und umjubelt. Dank eines netten italienischen Herren stand ich irgendwann in der ersten Reihe :) und es war wirklich großartig, diese betagten Flitzer zu bestaunen. Alles war dabei: Fiat, Alfa Romeo, BMW, Ferrari…
Was hätte ich nicht darum gegeben, in einem dieser Dinger mitzufahren…
Heute morgen dann gab es nochmal Verkehrschaos in der Stadt, da die ganzen Autos Ferrara wieder verlassen wollten und so konnte ich noch einmal ein paar schöne Ferraris sichten. Und, Zufall wills: in einem der Ferraris saß Herr Horst Lichter. Kennt ihr nicht? Ich musste auch erstmal im Internet nach seinem Namen suchen, aber er kam mir gleich unglaublich bekannt vor (unverwechselbarer Bart…). Herr Lichter ist ein berühmter Koch und, wirklich, ein schickes Auto hatte er da…(Ferrari 750 Monza, Baujahr 1955)
Wer mal gucken will: Einfach auf der Internetseite der “Mille Miglia” nachschauen, Startnummer 295.

Siena.

Seht her ein kleines Album von Siena. :)
Das Besondere an dieser Stadt ist jedoch eine ganz spezielle Atmosphäre, die man wohl nur erleben kann, wenn man durch die engen, mittelalterlichen Gassen schlendert. (Langsam wird mein Wunsch nach einer Videokamera immer stärker ;-) ).

Nachmittags zog ein richtig übles Gewitter auf, natürlich gerade als wir auf dem Weg zum Bahnhof waren, noch dazu (Murphy’s Gesetz folgend) am anderen Ende der Stadt. Die steilen Straßen Sienas (Siena liegt auf einem Hügel) verwandelten sich ruck zuck in Sturzbäche und über unseren Köpfen blitzte und donnerte es in apokalyptischen Ausmaßen. Bald waren wir von Kopf bis Fuß nass, da half auch kein Regenschirm mehr. Aber erfreulicherweise ist es hier in Italien mittlerweile so warm, dass man nicht gleich krank wird… :)
Der Rückweg war dann das Aufregendste an diesem Tag. Die Zugverbindung nach Siena ist nicht gerade praktisch, man braucht knapp 5 Stunden und man muss zwei- bis dreimal umsteigen.
Zum besseren Verständnis hier unser Fahrplan:

1. Zug: Siena – Florenz Santa Maria Novella
2. Zug: Florenz Santa Maria Novella – Florenz Campo di Marte (Also nur ein Bahnhofswechsel, Dauer: 4 Minuten)
3. Zug: Florenz Campo di Marte – Ferrara

Unser erster Zug hat auf unerklärliche Weise (es gab unterwegs keine Probleme…also ein Trenitalia-Mysterium) eine Verspätung von zwanzig Minuten zusammengefahren. Nach genau zwanzig Minuten hätten wir aber auf dem nächsten Bahnhof umsteigen müssen…
Also stürmten Amra und ich aus dem Zug und rannten quer über den Florenzer Bahnhof (der ziemlich groß ist). Aber schon nach kurzer Zeit machten uns die Anzeigetafeln klar, dass unser Zug weg war.
Sacht kitzelte uns die Panik.
Doch wir hatten etwas Zeit, bis der Zug vom Campo di Marte abfahren würde, also gab es noch Hoffnung. Folglich liefen wir schnell zur nächsten Abfahrtszeitentafel (die in Italien übrigens genauso aussehen wie in Deutschland). Dort fanden wir heraus, dass der nächste Zug in einer Minute abfahren würde. Wir legten wieder unseren Sprintgang ein, durch die Unterführung, bis ans andere Ende, die Treppen hinauf und…Der Zug stand noch!
Amra lief also glücklich auf die nächste Tür zu, streckte ihren Arm aus…und genau in diesem Moment schlossen sich die Türen und der Zug fuhr ab. (Italienische Zugführer sind grausam)
Das war wirklich eine Szene wie aus einem Film. Ganz ehrlich. Mit Zeitlupen-Einstellungen und “NEIN!!!”-Rufen. Aber die Passagiere IM Zug haben uns mitfühlend zugewunken…
Okay, jetzt hieß es wirklich schnell handeln. Glücklicherweise fuhr ein paar Minuten später noch ein Zug in die Richtung und wir haben unseren Anschlusszug bekommen.
Und der war das Beste am ganzen Hin- und Herfahren. :-D
Es handelte sich nämlich um einen EURONIGHT, der von Rom nach Wien unterwegs war, folglich ein österreichischer Nachtzug. Er war also nicht nur waaaaahnsinnig bequem (breeeite Sitze, ein Abteil ganz für uns allein… und ich bin das erste Mal mit der ÖBB gefahren!), sondern auch noch deutschsprachig. :-D
In den Gängen liefen also in für mich ungewohnter Menge Leute herum, die in fröhlicher und unbekümmerter Weise Deutsch sprachen, und alle Hinweise waren ebenfalls deutsch.
Kurz hatte ich den Gedanken: “Wenn ich einfach sitzen bleibe…”:-)

Aber das habe ich natürlich nicht gemacht.
Stattdessen kam nach eineinhalb Stunden ein junger Mazedonier in unser Abteil und es stellte sich heraus, dass er Bosnisch sprechen konnte und so quasselten Amra (die Bosnierin ist) und er ein Weilchen in ihrer Sprache, während ich fasziniert zuhörte.
Mittlerweile habe ich ein überaus großes Interesse an jeder mir unbekannten Sprache. Amra hatte mir auch schon etwas beigebracht aber mein Kopf ist nun mal leider ein Sieb.

Kurz bevor wir aussteigen mussten, fing es wieder in Strömen an zu regnen…

Nun endlich die Fotos:

Italienisch-deutscher Alltag:

Wenn man eine fremde Sprache lernt, gibt es immer gewisse Momente, in denen man einfach nicht aus seiner muttersprachlichen Haut kann.
Coline kann sich sicher noch an endloses Gelächter über Wörter wie “Confetti” erinnern… ;-)

Auch in Italien konnte ich mir schon ab und zu ein Kichern nicht verkneifen.

In der gestrigen Unterrichtsstunde meines Sprachkurses zum Beispiel haben wir uns kurz das Passato prossimo (Perfekt) von reflexiven Verben angeschaut.
Heraus kam dieser Satz:
“Ci siamo messi qc.”
Bedeutet so viel wie:
“Wir haben uns etw. angezogen.”
Trotzdem endete die Situation damit, dass ich meinen Sprachkurslern versucht habe zu erklären, was ein Messi ist…

Anna, meine italienische Tandemkurs-Partnerin (Treffen zwischen zwei Muttersprachlern und dadurch selbstständiges Lernen der anderen Sprache), ehemalige Erasmus-Studentin in Salzburg, wusste noch weiteres aus diesem Genre zu erzählen:

Die Miesmuschel hat im Italienischen den Namen “cozza”.
Der weibliche Plural von Substantiven wird nach der Regel “aus Endung -a wird Endung -e” gebildet.
Möchte man also in einem italienischen Restaurant Miesmuscheln essen, bestellt man “cozze”.

Aufgefallen.

Was mir hier manchmal durch den Kopf geht:

Bis jetzt habe ich in jeder Stadt, die ich besuchte (außer Rimini und Riccione, Strand hat man auch in Greifswald), irgendwann verzweifelt gedacht: “Hier will ich wohnen!” (Besonders ausgeprägt war dieses Gefühl in Siena; also: besucht Siena!).

Bei Lidl gibts dauerhaft Brioche. Party für den französischen Teil meines Herzens!

Hier in Ferrara gibt’s Fahnenschwinger. Hört sich albern an, sieht aber echt gut aus. Vielleicht kann ich mal ein kleines Video drehen.

Ich befürchte, wenn ich zurückkomme, schmeckt mir deutscher Kaffee nicht mehr…
Gott sei Danke hab’ ich eine Moka! (So eine kleine Espressomaschine für den Herd) ;-)

Entgegen meinen ersten Eindrücken bin ich nun zur Überzeugung gekommen, dass Ferrara doch eine sehr, sehr schöne Stadt ist. Wie die engen, mittelalterlichen Gassen von Siena kombiniert mit beeindruckenden Backsteinbauten à la Bologna. :-)

Pfirsichsaft ist das Tollste. (Und Panna-Cotta-Eis.)

Auch die italienische Fußballnationalmannschaft wird von Nutella gesponsert (Das nennt man zweigleisig fahren, oder?…).

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, warum ein fallender Stern “Sternschnuppe” heißt? Ich meine, was ist denn bitte eine Schnuppe? Meine italienische Freundin Anna hat mich das gestern gefragt und ich hatte keinen Schimmer. Dank Wiktionary bin ich jetzt jedoch schlauer. Achtung, hier die Erklärung:
“Schnuppe” kommt von “Schnupfen.”
Wenn ihr jetzt auch ein großes Fragezeichen im Kopf habt, fühlt ihr euch wie ich in diesem Moment…
Erklärung, 2. Teil: Schnupfen deshalb, weil der volkstümliche Glaube besagt, Sterne würden niesen.
Also im Prinzip: Ein Stern niest und fegt einen anderen vom Himmel. :-D
Großartig.

Soll ich jemandem etwas mitbringen? Bitte frühzeitig anmelden, Tuifly erlaubt 20 Kg. :-D

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